Mindestlohn in Ostdeutschland

In Ostdeutschland beträgt der Mindestlohn zum Stand 2020 9,35€, genauso wie im Rest der Bundesrepublik. Trotzdem liegt über Deutschland auf dem Arbeitsmarkt immer noch eine unsichtbare Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland. Diese spiegelt sich im unter anderem im Einkommen wider.

Mindestlohn in Ostdeutschland

Die Klischees stimmen: in Ostdeutschland wird heute immer noch härter gearbeitet, aber weniger verdient als in Westdeutschland. Dies belegten schon diverse statistische Auswertungen des statistischen Bundesamtes. Laut diesen Statistiken, hat arbeitete ein Arbeiter aus Ostdeutschland im Schnitt pro Jahr 63 Stunden mehr. Das monatliche Einkommen in Westdeutschland liegt zudem mit im Schnitt 3371€ höher als im benachbarten Osten, der nur auf 2833€ im Schnitt kommt.

Gerade im verarbeitenden Gewerbe ist der Unterschied sehr stark bemerkbar. Ein Tischler verdient in Stuttgart im Schnitt 41.491€, während ein Tischler in Cottbus nur einen monatlichen Lohn von 24.984€ im Schnitt verzeichnen kann. 

Diese Spaltung kann man heutzutage seit der Wende vor 30 Jahre noch bemerken, was sehr erschreckend ist. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind immer noch sehr groß und es hat sich relativ wenig geändert. 

Um diese Schere in Zukunft schließen zu können, sollte man die Tarifverträge in Zukunft angleichen und eine stärkere Tarifbindung einführen, die in Ostdeutschland längst nicht so stark ist wie im Westen. Arbeitnehmer verdienen meist sogar für dieselbe Tätigkeit nur die Hälfte von dem, was ein Arbeitnehmer in Westdeutschland für genau die gleiche Tätigkeit verdient. Außerdem fordert die IG Metall, die Wochenarbeitszeiten in Ostdeutschland auf die in Westdeutschland geltende 35h Woche abzusenken. 

Auch in der Elektronikbranche lässt sich der Vergleich sehr gut darstellen. Jemand, in Westdeutschland als Elektriker arbeite, verdiene durchschnittlich 42.237€ jährlich, während in Ostdeutschland ein Elektriker für dieselbe Arbeit 31% weniger verdient. Auch im Einzelhandel gibt es einen solchen Unterschied, hier aber von 20% Gefälle. 

Besonders stark kann man die Schere auch zwischen den Bundesländern Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern beobachten. Dies ist wohl auch einer der Gründe, weshalb immer mehr Menschen nach Westdeutschland migrieren, um sich einen besseren Lebensstandard leisten zu können. Diese Entwicklungen gab es schon seit 1948. Bis 1989 ist die Bevölkerungszahl in Ostdeutschland von 19,1 Millionen auf 16,4 Millionen gesunken und ist nur der Abwanderung zuzuführen. Dieser Höhepunkt hielt sogar noch bis 2008 an und normalisiert sich jetzt so langsam wieder. Besonders junge und gebildete Frauen hat Ostdeutschland in der Abwanderungswelle damals verloren. Dies hat zur Folge geführt, dass die Löhne immer weiter in den Keller gesunken sind. 

Die Bundesregierung versucht unterdessen alles was ihnen in der Macht steht, um das Ost-West-Gefälle wieder etwas besser auszugleichen. 2018 ist der Entgeltunterschied noch weiter zurückgegangen. In den neuen Bundesländern ist das mittlere Entgelt um 120€ im Monat gestiegen, in den alten Bundesländern mit einem Plus von 92€. Die Schere hat sich also ein Stückweit geschlossen und der Lohnunterschied betrug nur noch 28€ im Monat.

Trotz diesen Verbesserungen lässt sich aber das Gefälle zwischen Ost- und Westdeutschland nicht schnell in Zukunft aus dem Weg räumen, aber es wird daran weitergearbeitet, um irgendwann dorthin zu kommen. Im Vergleich zu den letzten Jahren hat sich schon einiges getan. Vor allem in Potsdam und Brandenburg konnte man in den vergangenen Jahren schon sehr positive Tendenzen erkennen. 

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